Einstiegsgehälter

„...wir bitten um Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung“ - Mit dieser Aufforderung in einer Stellenanzeige wird überprüft, ob Sie Ihre Qualifikation auch monetär ausdrücken können. Dabei sollten Sie sich mit realistischen Vorstellungen der gezahlten Gehälter der Branche beschäftigen. Dennoch setzen sich die meisten Absolventen das erste Mal mit diesem Thema auseinander, wenn Sie dieser Anweisung gegenüberstehen.

... vor der Verhandlung / Bewerbungsanschreiben

Fragestellungen

  • Wie bewerte ich meine Qualifikation/Fachrichtung?
  • Wie gebe ich meine Gehaltsvorstellungen schriftlich an?
  • Wie wichtig ist das Gehalt überhaupt für meine Entscheidung für oder gegen den Arbeitgeber?
  • Wie verhandle ich mein Gehalt im Vorstellungsgespräch?

Vorbereitung / Bewerbungsanschreiben

  • Recherchieren Sie die Marktposition, um die Gefahr zu vermeiden, bei der Vorauswahl wegen überzogener Gehaltsforderung oder mangelnder Branchenkenntnis bzw. Unsicherheit über eigene Leistungsfähigkeit auszuscheiden.
  • Geben Sie den Gehaltswunsch – wenn nicht ausdrücklich anders verlangt – immer als Jahresgehalt p.a. (per annum) an
  • Geben Sie eine Gehaltsspanne an als Signal für Flexibilität und Gesprächsbereitschaft (etwa: „...im Bereich von 35.000 bis 40.000 Euro p.a.“)
  • Vermeiden Sie Formulierungen mit anvisiertem Mindestgehalt, führen Sie besser ein moderates Einstiegsgehalt mit möglichem Aufstieg nach einem näher zu bestimmenden Bewährungszeitraum an
  • Nur, wenn Sie gar keine Informationen finden, können Sie eine Alternativformulierung wählen wie: „Über das Gehalt würde ich gerne persönlich mit Ihnen sprechen“

Orientierungshilfen

Öffentlicher Dienst

Im öffentlichen Dienst wird die Arbeit nach dem Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) bzw. dem Tarifvertrag auf Länderebene (TV-L) vergütet. 15 Entgeltgruppen und 6 Stufen sollen leistungs- und erfahrungsorientierte Entlohnung gerecht gestalten. Es wird in die Tarifgebiete Ost und West unterteilt. Im Angestelltenverhältnis erfolgt für Beschäftigte mit Fachhochschulabschluss die Gehaltszahlung nach Entgeltgruppe 9 bis 12, mit abgeschlossenem Hochschulstudium nach Entgeltgruppe 13 bis 15.

Weitere Informationen sowie die Gehaltsangaben finden Sie unter:

Weitere Links finden Sie weiter unten auf der Seite.

Wirtschaft und Verbände

Das Jahresbruttogehalt wird je nach Branche in Tarifgruppen gegliedert oder ist beeinflusst von Faktoren wie:

  • Angebot und Nachfrage, Marktsituation, Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt
  • individuelle Qualifikation, Erfahrung und fachspezifisches Wissen
  • persönliches Auftreten und Ihrem Verhandlungsgeschick bzw. dem Ihres Verhandlungspartners
  • Anzahl der Mitbewerber
  • Dringlichkeit der Stellenbesetzung
  • Unternehmensgröße, -standort, Branchenzugehörigkeit
  • Promotion/MBA oder andere Zusatzqualifikation
  • Auslandserfahrungen, Noten, Praktika, Semesterzahl …
  • Geldwerte Zusatzleistungen, sogenannte fringe benefits, wie etwa Essensgeld, Unfallversicherung, Fahrzuschuss, betriebliche Altersversorgung, Aktien/-optionen, Clubmitgliedschaften, Sonderurlaubsregelungen und andere (die manchmal steuerlich vorteilhafter sind als 200 bis 300 Euro brutto mehr im Monat)

Informationen online nach Branchen/Fachrichtungen:

  • www.staufenbiel.de/ratgeber-service/gehalt/einstiegsgehalt.html
  • www.berufsstart.de
  • www.gehalts-check.de
  • www.ingenieurkarriere.de

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... während der Verhandlung

  • Angebot & Nachfrage/Marktwert entscheidet, nicht Mitleids- oder Bedürftigkeitsargumente
  • Gehaltsfrage erst am Gesprächsende aufbringen, um Irritationen zu vermeiden
  • für sich selbst ein Minimum im Hinterkopf behalten
  • flexibel reagieren auf „Gehaltsdrückerei“ der Firma: bei zu niedrigem Gehaltsangebot nach Entwicklungsmöglichkeiten und evtl. Zusatzleistungen (s.u.) fragen und/oder Gehaltsanpassung für den Zeitpunkt z.B. nach dem Ende der Probezeit vereinbaren
  • auf die Frage: „Warum sollte es sich für uns lohnen, gerade für Sie so viel Gehalt zu zahlen?“ Chance nutzen, erneut seine Qualitäten darzustellen, besonders in Bezug auf den möglichen Ertrag der Arbeit für den zukünftigen Arbeitgeber

aber

  • Wichtige Entscheidungskriterien in der Verhandlung sollten nicht nur das Bruttogehalts und etwaige Sonderzulagen sein, sondern auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes und die jeweiligen Rahmenbedingungen der Arbeit wie Arbeitszeit oder eine angenehme Arbeitsumgebung.

Gerade Frauen fällt es oft schwer, über ihr Gehalt und den Wert ihrer Arbeitskraft zu sprechen. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein, indem Sie sich Ihrer Erfolge bewusst werden. Machen Sie sich vor der Verhandlung klar, dass Sie nichts zu verschenken haben und sich mit finanziellen Zugeständnissen keinen Gefallen tun. Sehr häufig werden Frauen auch von dem Gedanken beherrscht, ihre Arbeitskraft sei weniger wert als die von Männern.

Hesse/Schrader: Bewerbungshandbuch, S. 485

Aktuelle Informationen zu Einstiegsgehältern

Informationsquellen für die Bandbreite der Einstiegsgehälter sind die Berufs- und Interessensverbände für die betreffende Branche, wie auch Fachzeitschriften und -magazine oder Wirtschaftswoche, Capital, Focus, Manager-Magazin und andere.

Webseiten mit allgemeinen Informationen zum Thema Einstiegsgehalt

Allgemeine Informationen

  • www.karriere.de/berufseinstieg
  • www.tarifspiegel.de
  • www.spiegel.de/karriere
  • www.faz.net/aktuell/beruf-chance
  • www.gehaltsvergleich.com/einstiegsgehalt.html

Gehaltsanalysen

kostenlos:

  • www.gehalts-check.de www.lohnspiegel.de www.frauenlohnspiegel.de

kostenpflichtig:

Literaturempfehlungen zum Thema Einstiegsgehalt

Die hier aufgeführten Bücher und Zeitschriften sowie viele weitere finden Sie am Career Point in der Bibliothek der Wirtschaftswissenschaftler. Auch hier können Sie eine umfangreiche Recherche zum Thema Einstiegsgehalt durchführen.

  • ASGODOM, Sabine: DIE FRAU, DIE IHR GEHALT MAL EBEN VERDOPPELT HAT. 25 verblüffende Coaching-Geschichten. Kösel, 2008. 283 Seiten. ISBN: 978-3-466-30788-3.
  • FRIEDRICHSEN, Heike: DIE ERFOLGREICHE GEHALTSVERHANDLUNG. Wichtige Tipps für Einsteiger, Aufsteiger und Umsteiger. Cornelsen. Berlin 2008. 125 Seiten. ISBN: 9783589234714.
  • HESSE, Jürgen und Hans Chr. Schrader: DIE 100 WICHTIGSTEN TIPPS FÜR DIE ERFOLGREICHE GEHALTSVERHANDLUNG. Für eine optimale Vorbereitung in kürzester Zeit. Eichborn 2007. 144 Seiten. ISBN: 978-3821859477.
  • PÜTTJER/Schnierda: DIE ERFOLGREICHE GEHALTSVERHANDLUNG. Strategien für mehr Geld. Campus Verlag, 2002. 226 Seiten. ISBN: 978-3593366968.
  • TOPF, Cornelia: GEHALTSVERHANDLUNGEN FÜR FRECHE FRAUEN. Deckt hinderliche Verhaltensweisen auf, macht darauf aufmerksam, warum Frauen meist weniger Geld verdienen als Männer, Redline Wirtschaftsverlag 2005. 240 Seiten. ISBN: 978-3636012609.
  • WEHRLE, Martin: GEHEIME TRICKS FÜR MEHR GEHALT. Ein Chef verrät, wie Sie Chefs überzeugen. Econ Verlag, 2007. 224 Seiten. ISBN 9783430195423.
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