Krankenversicherung

Eine Kranken- und Pflegeversicherung ist für Studierende grundsätzlich verpflichtend. Bereits für die Einschreibung benötigen Sie eine entsprechende Bescheinigung.

Gesetzlich krankenversicherte Studierende lassen sich von Ihrer Krankenkasse eine spezielle "Versicherungsbescheinigung zur Einschreibung bei einer Hochschule" ausstellen. Eine einfache Mitgliedsbescheinigung oder die Chip-Karte reichen nicht aus.

Privat krankenversicherte Studierende, die dies auch während des Studiums bleiben möchten, benötigen eine sog. Befreiungsbescheinigung. Diese erhalten Sie von Ihrer letzten gesetzlichen Krankenkasse, oder, falls Sie noch nie gesetzlich versichert waren, von einer beliebigen gesetzlichen Krankenkasse.

Während des Studiums können verschiedene Möglichkeiten der Krankenversicherung zum Tragen kommen.

Gesetzliche Krankenversicherung

Als Studierender werden Sie grundsätzlich der gesetzlichen Krankenversicherung zugeordnet. Bei den gesetzlichen Krankenversicherungen fallen Studierende unter 25 oft noch unter die Familienversicherung der Eltern. Ansonsten bieten die Krankenkassen vergünstigte studentische Versicherungen an.

Familienversicherung in einer gesetzlichen Krankenversicherung

Studierende können beitragsfrei bei einer gesetzlichen Krankenversicherung der Eltern, des Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners familienversichert sein. Dafür gibt es jedoch Voraussetzungen. Hier die wichtigsten:

  • Altersgrenze: Bei Schul- oder Berufsausbildungen ist eine kostenfreie Familienversicherung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres möglich. Wer einen freiwilligen Dienst wie Wehrdienst, FSJ, FÖJ oder BuFDi abgeleistet hat, kann die studentische Krankenversicherung um diese Zeiten verlängern lassen.
  • Verdienst: Für Familienversicherte gilt eine Einkommensgrenze: Sie dürfen ein regelmäßiges Brutto-Einkommen von monatlich 445 Euro (bei geringfügigen Beschäftigungen, den so genannten „Minijobs“: 450 Euro) nicht überschreiten. Ausgenommen sind kurzfristige Beschäftigungen in der vorlesungsfreien Zeit, also Jobs, die im Voraus auf drei Monate bzw. 70 Arbeitstage begrenzt sind. Hier ist die Höhe des Verdienstes grundsätzlich unerheblich. Auch Leistungen nach dem BAföG oder der Unterhalt der Eltern werden bei der Ermittlung des Gesamteinkommens nicht berücksichtigt
  • Voraussetzung des Versicherungsmitglieds: Ist der Partner des Versicherten privat versichert und übersteigt sein Einkommen regelmäßig
    • das Einkommen des gesetzlich Versicherten
    • die Jahresarbeitsentgeltgrenze (wird jedes Jahr neu festgelegt)
      können Kinder nicht mitversichert werden.

Studentische Versicherung / Examens- oder Übergangstarife

Studierende, die nicht mehr kostenfrei in der Familienversicherung mitversichert sind, können der kostengünstigen studentischen Krankenversicherung beitreten.Diese besteht bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters, längstens bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres.

Definition Fachsemester

Wichtig ist in dem Zusammenhang die unterschiedliche Definition von "Fachsemester" im Hochschul- und Sozialrecht. Bei der studentischen Krankenversicherung sind Fachsemester die Semester, die man in einem bestimmten Studienfach (Bachelor und Master) studiert hat. Dabei werden Urlaubssemester nicht mitgezählt. Wechselt man das Studienfach oder beginnt ein zweites Studium, beginnt die Zählung wieder von vorne.

Voraussetzung ist jeweils, dass das Studium gegenüber einer Beschäftigung im Vordergrund steht (man also nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet (sog. Werkstudentenvertrag):

  • Während der Vorlesungszeit darf man ausnahmsweise auch mehr als 20 Stunden arbeiten, wenn die Arbeitszeiten nachweislich überwiegend außerhalb der regulären Studienzeit (Wochenende, abends/nachts) liegen.
  • An insgesamt 182 Kalendertagen/Jahr darf man auch tagsüber/unter der Woche mehr als 20 Stunden arbeiten (26-Wochen-Regel).

Überschreitet man diese Grenzen, verliert man die studentische Krankenversicherung!

Examens- oder Übergangstarif

Scheiden Sie aus der studentischen Krankenversicherung aus, können Sie für ein halbes Jahr in einen sog. Examens- oder Übergangstarif wechseln, solange Sie noch immatrikuliert sind und die Einkommensgrenze von derzeit 1038,33 Euro (Monatsbrutto) einhalten. Danach steht der Wechsel in die "freiwillige Pflichtversicherung" an. Genauere Informationen zu Beiträgen für die studentische Kranken- und Pflegeversicherung erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse.

Verlängerungsmöglichkeiten der studentischen Krankenversicherung

Die studentische Krankenversicherung lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen verlängern. Dies ist beispielsweise möglich bei:

  • die Zeit zur Erlangung der Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg

  • Pflege von Familienangehörigen

  • Eigene Krankheit von mindestens 3 Monaten (am Stück)

  • Eigene Behinderung (max. Verlängerung: 7 Semester)

  • Geburt eines Kindes und anschließende Kinderbetreuung (max. Verlängerung: 6 Semester)

  • Freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, Wehr- oder Zivildienst oder jetzt Bundesfreiwilligendienst

  • Mitarbeit in Hochschulgremien (wie etwa Fachschaftsrat, AStA, StuPa, Senat etc.)

Das Bundessozialgericht übrigens festgelegt, dass eine Verlängerung in jedem Fall mit Vollendung des 37. Lebensjahres endet und darüber hinaus keinesfalls möglich ist. Kurz: Wer schon 37 oder älter ist, kann in keinem Fall von der günstigen studentischen Krankenversicherung profitieren.

Private Krankenversicherung: Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht

Als Studierender werden Sie grundsätzlich der gesetzlichen Krankenversicherung zugeordnet. Vor der Einschreibung steht die Wahl, sich in der privaten Krankenversicherung zu versichern und somit von der Versicherungspflicht befreien zu lassen.

Studierende, die unmittelbar vor dem Studium pflichtversichert waren (etwa durch Ausbildung, FSJ, Bundesfreiwilligendienst), können sich allerdings nicht von der Versicherungspflicht befreien lassen. Auch müssen Sie in der privaten Krankenversicherung bleiben, wenn Sie selbst privat versichert und älter als 30 sind.

Möglichkeiten und Konsequenzen der Befreiung

Studierende, die über Ihre Eltern bei einer privaten Krankenversicherung versichert sind oder sich privat krankenversichern möchten, sollten beachten:

  • Wer im Studium privat krankenversichert ist, kann bei einer anschließenden Selbstständigkeit nicht mehr in eine gesetzliche Krankenversicherung zurückwechseln. Auch wer nicht gleich einen Job bekommt, muss die Kosten der Versicherung selbst tragen.
  • Eine Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht gilt für das gesamte Studium (unabhängig vom Alter und sowohl für den Bachelor als auch den Master).
  • Bis spätestens drei Monate nach der Einschreibung kann ein Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht gestellt oder wiederrufen werden.
  • Ein Wechsel in eine gesetzliche Krankenversicherung ist während des Studiums nicht möglich. Ausnahme: Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung in einem studiumslosen Zeitraum von mehr als vier Wochen zwischen Bachelor- und Masterstudium. In dieser Zeit dürfen Sie nicht immatrikuliert sein, eine einfache Umschreibung vom Bachelor in den Master reicht demzufolge nicht.

Private Krankenversicherung bei der Einschreibung

Neben einer Bescheinigung über die Mitgliedschaft in der privaten Versicherung brauchen Sie bei der Einschreibung auch die Bescheinigung einer gesetzlichen Krankenkasse über die Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht. Diese bekommen Sie bei der Einschreibung an der RUB auch vor Ort von der Technischen Krankenkasse, wenn Sie neben Ihrer Mitgliedsbescheinigung von der privaten Krankenversicherung auch ein Informationsblatt über die anfallenden Kosten der Privaten Krankenversicherung nach Ende der (kostenlosen) Familienversicherung vorlegen.

Weitere Informationen zur Krankenversicherung

Das Portal Finanztip berichtet zu folgenden Themen:

Beratung zu Krankenversicherung

Die Studienfinanzierungsberatung informiert

  • zur studentischen Krankenversicherung und sog. Examens- oder Übergangstarife
  • über Möglichkeiten und Konsequenzen einer Befreiung von der Versicherungspflicht mit dem Ziel, eine private Krankenversicherung zu nutzen
  • zu Verlängerungsgründen für die Versicherungspflicht über das 14. Fachsemester und die Vollendung des 30. Lebensjahres hinaus

Beratung Studienfinanzierung

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