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Jobben neben dem Studium

Auch wenn die Zeit knapp ist, sind viele Studierende auf einen Job angewiesen, um ihr Studium zu finanzieren. Die Mehrheit der Studierenden in Deutschland geht neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nach und finanziert damit das Studium (mit). Dabei gewinnt die studienbegleitende Erwerbstätigkeit im Studienverlauf an Bedeutung.

Beim Jobben gilt es, abzuwägen: Abhängig von der Wochenarbeitszeit oder von den Arbeitszeiten kann sich ein Nebenjob verlängernd auf die Studienzeit auswirken. Findet man einen Job mit fachlicher Nähe zum Studiengang, kann man auf diese Weise aber bereits während des Studiums wertvolle Praxiserfahrung sammeln. Die meisten Studierenden gehen einem Mini- oder Niedriglohnjob nach.

Geringfügige Beschäftigung (Minijobs)

Die meisten Studierenden, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, üben eine geringfügige Beschäftigung, einen Minijob aus. Umgangssprachlich werden Minijobs auch 450 Euro-Jobs genannt. Minijobs sind auf Dauer angelegte Beschäftigungen, bei denen man als Arbeitnehmer regelmäßig nicht mehr als 450 € im Monat verdient. Der Arbeitgeber meldet den Minijob bei der Mini-Job-Zentrale an.

Wichtig ist dabei: Die Geringfügigkeit bezieht sich nicht auf das Beschäftigungsverhältnis, sondern auf den Beschäftigten. Man darf zwar auch mehrere geringfügige Minijobs gleichzeitig ausüben, aber sobald der Bruttogesamtverdienst über 450 Euro im Monat liegt, gilt man nicht mehr als geringfügig beschäftigt. Das hat dann höhere Sozialabgaben und eventuelle Lohnsteuerabzüge zur Folge.

Minijobs, die ab dem 1. Januar 2013 beginnen, unterliegen der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Auf eigenen Antrag kann man von der Rentenversicherungspflicht befreit werden. Mit Blick auf die eigene Rente im Alter ist dies nicht ratsam, zumal der ermäßigte Beitrag für Minijobber bei 3,6 % des Einkommens liegt, während der Arbeitgeber 15 % einzahlen muss.

Niedriglohnjob

Bei einem regelmäßigen monatlichen Verdienst zwischen 450,01 Euro und 850 Euro arbeiten Studierende im Niedriglohnbereich. Beschäftigungen im Niedriglohnbereich (auch Midijobs genannt) sind grundsätzlich in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig. Studierende, die nicht mehr als 20 Stunden in der Woche während der Vorlesungszeit arbeiten und unter das Werkstudentenprivileg fallen, müssen allerdings nur Rentenversicherungsbeiträge zahlen.

Auswirkungen der Erwerbstätigkeit

Im Zusammenhang mit einer Erwerbstätigkeit müssen sich Studierende frühzeitig mit einigen steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Fragen auseinandersetzen. Wir haben die wichtigsten Informationen über Auswirkungen der Erwerbstätigkeit auf BAföG, Kindergeld und weiteres zusammengestellt.

BAföG

Das Einkommen aus einem Job wird generell auf das BAföG angerechnet. Allerdings sind 5.400 Euro pro Bewilligungszeitraum (in der Regel Oktober bis September des Folgejahres) anrechnungsfrei. Diese Grenze gilt für Alleinstehende ohne sonstige besondere Einkommen (beispielsweise Waisenrente). Bei einem durchschnittlichen monatlichen Verdienst von 450 Euro hat das Einkommen keinen Einfluss auf die Höhe der BAföG-Förderung. Es besteht aber in jedem Fall die Verpflichtung, das BAföG-Amt über Einnahmen aus einer Beschäftigung zu informieren.

Infos zu BAföG

Kindergeld

Das Einkommen eines volljährigen Kindes, das sich in der Erstausbildung befindet, wird nicht beim Kindergeld angerechnet. Studierende, die weder eine Berufsausbildung noch ein Studium abgeschlossen haben, werden beim Kindergeld unabhängig davon berücksichtigt, wie viel sie jobben und wie viel Geld sie verdienen. Studierende mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem abgeschlossenen Studium werden beim Kindergeld nur dann berücksichtigt, wenn sie:

  • regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden in der Woche erwerbstätig sind,
  • sich in einem Ausbildungsdienstverhältnis befinden (z.B. Juristen und Lehrer im Referendariat) oder
  • einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen.

Infos zu Kindergeld

Krankenversicherung

Familienversicherung

Studierende müssen bestimmte Einkommensgrenzen beachten, wenn sie in der Familienversicherung über ein Elternteil oder den Ehepartner kostenlos mitversichert bleiben möchten. Die monatliche Einkommensgrenze liegt seit 01.01.2018 bei 435 Euro, bei einer geringfügigen Beschäftigung bei 450 Euro. Leistungen nach dem BAföG werden bei der Ermittlung des Gesamteinkommens nicht berücksichtigt.

Studentische Krankenversicherung

Studierende, die noch nicht das 14. Fachsemester oder das 30. Lebensjahr erreicht haben, können sich kostengünstig (aktuell ca. 90 Euro pro Monat) in einer gesetzlichen Krankenkasse zum Studierendentarif versichern. Bedingung für diesen Studierendentarif in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, dass das Studium im Vordergrund steht. Demzufolge darf man während der Vorlesungszeiten nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten (ausgenommen sind Wochenend- und Nacharbeitszeiten).

Dies gilt nicht für sogenannte kurzfristige Beschäftigungen, also Jobs, die im Voraus auf drei Monate bzw. 70 Arbeitstage begrenzt sind.

Steuern

Grundsätzlich hat jede und jeder einen Grundfreibetrag, der sich jedes Jahr ändert. Im Jahr 2018 liegt er bei 9.000 Euro. Einkommen in diesem Sinne ist weder das Brutto- noch Nettogehalt, sondern maßgeblich ist das sogenannte zu versteuernde Einkommen.

Beachten Sie: Wenn Sie nur ein Beschäftigungsverhältnis haben, lassen Sie diesen nicht in Steuerklasse VI einordnen.

Einkommen aus pauschalversteuerten Minijobs – wo der Arbeitgeber als pauschal 2 % Steuern an das Finanzamt abführt – müssen nicht angegeben werden.

Einkommen aus nebenberuflichen Honorartätigkeiten (beispielsweise als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer) unterliegen gemäß § 3 Nr. 26 EStG nur dann der Steuerpflicht, wenn sie über dem sogenannten Übungsleiterfreibetrag von 2.400 Euro liegen.

Krankenversicherung
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